Fotos

Lichtbilder und Lichtbildwerke

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Schutz von Lichtbildern und Lichtbildwerken

Das Urheberrecht unterscheidet zwei Arten von Fotos: Künstlerische Fotos sind Lichtbildwerke (§ 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG), nichtkünstlerische Fotos sind „Lichtbilder“ (§ 72 UrhG). Sie unterscheiden sich praktisch nur in der Schutzdauer. Lichbildwerke sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt. Der Lichtbildschutz endet bereits 50 Jahr nach dem Tod des Urhebers. Als Lichtbild geschützt ist jedes noch so banale Foto, beispielsweise auch das Foto eines Schinkenkrustenbratens (siehe BGH v. 12.11.2009 - I ZR 166/07 - marions-kochbuch). Urheberrechtlich geschützt ist u. U. sogar das Motiv selbst. Selbst eine Nachstellung des Motivs kann eine Urheberrechtsverletzung darstellen (LG Düsseldorf v. 8. 3. 2006 - 12 O 34/05 - TV-Man), ebenso das Nachfotografieren eines Motivs aus derselben Perspektive und in derselben Art und Weise (BGH v. 5.6.2003 - I ZR 192/00 - Hundertwasser-Haus). Urheberrechtlich geschützt sind auch Screenshots aus Filmen (Filmstills), nämlich als Lichtbilder (BGH v. 6.2.2014 - I ZR 86/12 - Peter Fechter).

 

Abmahnung wegen Verletzung von Rechten an Fotos

Abmahnungen wegen Verletzungen von Rechten an Fotos kommen häufig vor. Hier beanstandet der Abmahnende meistens ein unberechtigte öffentliche Zugänglichmachung (§ 19a UrhG) im Internet: Außerdem macht er oft die unterbliebene Urhebernennung (§ 13 UrhG) geltend.

Gegenstandswerte bei der Verletzung von Urheberrechten an Fotos

Der BGH hält bei der Verletzung von Urheberrechten an Fotos (Lichtbildern) einen Gegenstandswert von € 6.000,00 bei einem gewerblich genutzten Foto für angemessen (BGH v. 13.09.2018 - I ZR 187/17 - Sportwagenfoto). Bei der unberechtigten Nutzung mehrer Fotos verbietet sich aber eine schematische Addierung der Gegenstandswerte (OLG Hamm GRUR-RR 2016, 188 – Beachfashion). Es ist vielmehr ein Gesamtgegenstandswert unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls zu bilden (vgl. OLG Köln v. 28.10.2016 – 6 U 206/15). Dementsprechend hält das LG Düsseldorf € 51.000,00 für 51 Lichtbilder, d.h. € 1.000,00 je Lichtbild für angemessen (LG Düsseldorf, Urteil v. 08.03.2017 – 12 O 190/14 ). Das Landgericht München I hält einen Streitwert von € 50.000,00 bei Verletzungen von Rechten an 52 Lichtbildwerken und 21 Texten für angemessen (LG München I v. 20.02.2019 – 37 O 22800/16).

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Autor: Thomas Seifried, Rechtsanwaltund Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz